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Sprache transportiert immer auch Inhalte und so ist die Bezeichnung Stadt natürlich auch mit Begriffen wie städtisch, Stadtkern, Städtebau, Stadtviertel, Stadtgeschichte usw. verbunden. Nichts davon ist oder hat Gröbenzell. Gröbenzell ist eine relativ junge und beschauliche Gemeinde mit einem eigenen Profil, es hat im Gegensatz zu Olching und Puchheim keine geschlossene Bebauung, es gilt als Grundsatzbeschluss ein Verbot von hinterliegender Bebauung.
Gröbenzell ist eine qualitativ hochwertige Gemeinde, mit viel Verkehrsberuhigung, viel Grün, einem lebendigen Vereinsleben und einem lebhaften kulturellen Angebot. Es gibt also überhaupt keinen Grund, sich – nur des Etikettes wegen – einer Stadt gegenüber minderwertig zu fühlen. Und wir müssen auch kein Ort sein, an dem es „brummt“, wie Thomas Breitenfellner von der CSU es mal formuliert hat.
Die Befürchtung, dass hier eine klare Linie verfolgt wird, drängt sich immer offensichtlicher auf: die Pläne für eine Verstädterung der Bahnhofstraße, die Aufweichung der Baumschutzverordnung und nun die Stadterhebung. Da ist es dann nicht mehr lange hin, bis man uns erzählen wird, dass Gröbenzell städtischer werden muss, die Bebauung urbaner und das Grün weniger. Ich möchte in so einer Stadt nicht wohnen. Und zumindest will ich gefragt werden, wenn sich die Form meines unmittelbaren Lebensumfeldes ändern soll. Dazu gehört, dass zu einer solchen Frage natürlich eine Bürgeranhörung stattzufinden hat und zwar eine, die offiziellen, ja wahlähnlichen Charakter hat. Dazu hätte sich der Termin des Bürgerentscheids am 4. Juli hervorragend angeboten. Dass die Gemeindräte von CSU und SPD eine solche Befragung abgelehnt haben, ist skandalös und zeugt von einer ungeheuerlichen Arroganz.
Katja Raths
Mitteilung vom 22. Juni 2010
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