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Zur diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft wird es in der Gartenstadt kein offizielles Public-Viewing geben. Das gab die Junge Union am Donnerstag, 22. April, bekannt. "Aufgrund der nicht mehr erfüllbaren Auflagen sehen wir uns gezwungen, unsere WM-Übertragung in diesem Jahr ausfallen zu lassen. Wir bedauern dies sehr", so der JU-Ortsvorsitzende Paul Biegholdt.
Nach den erfolgreichen und über die Ortsgrenzen bekannt gewordenen Fußball-Übertragungen in den Jahren 2004, 2006 und 2008 sollte auch die WM 2010 auf dem Rathausplatz übertragen werden. "Uns wurde früh signalisiert, dass dies nicht wie in der Vergangenheit möglich ist, also haben wir unsere Planungen auf den Forumsplatz im Freizeitheim konzentriert", so Biegholdt. "Wir wollten die Übertragung in jedem Fall durchführen."
Allerdings wurden auch hier durch die neuen Regelungen der Versammlungsstätten-Verordnung (VerStättVO) weitere Hürden aufgestellt. So musste für die "JU-Arena" ein detailierter Bauantrag beim Landratsamt eingereicht werden. Hinzu kommt als weitere Auflage eine Sonderregelung des Bundes, die die Lautstärke regelt, im Beamtendeutsch heißt die: "Die Verordnung über den Lärmschutz bei öffentlichen Fernsehdarbietungen im Freien über die Fußball WM 2010". Laut Verordnung darf die Lautstärke 60 dB(A) nicht überschreiten. Biegholdt: "So laut wie ein Küchenradio." In jeder bayrischen Gaststätten, so der JU-Chef, gehe es im alltäglichen Betrieb lauter zu. "Die Bürokratie hat gesiegt", gibt sich Biegholdt enttäuscht. Lange hatte die Junge Union mit den drei Verordnungen gerungen und nach einem Ausweg gesucht. Drei Aufbau- und Bestuhlungspläne wurden eingereicht, zahlreiche Gespräche im Rathaus und im Landratsamt geführt.
Für die Junge Union steht fest: Die Paragraphen haben dem Traum von einem Sommermärchen ein jähes Ende gesetzt. "Unsere großen Übertragungen gehören wohl der Geschichte an", sagt Biegholdt. Damit verliere Gröbenzell eine herausragende Veranstaltung, die insgesamt 25000 Fußball-Fans auf den Rathausplatz gebracht hatte.
"Wir wünschen den Gröbenzeller Bürgern und der deutschen Nationalmannschaft dennoch eine tolle und erfolgreiche WM", sagt der JU-Chef. Wo sich die JU'ler heuer die Fußballspiele ansehen? "Das wissen wir noch nicht." Die rund 2000 ehrenamtlichen Mannstunden, die die JU in den vergangenen Jahren bei Fußball-Großereignissen leistete, sollen nun in mehrere Projekte gesteckt werden, die der Gemeinde und den Bürgern zu Gute kommen sollen.
Paul Biegholdt, 22. April 2010 JU-Vorsitzender

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