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Die Integrationspolitik auf kommunaler Ebene stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der SPD Gröbenzell am 18. März 2010. "Die Integration geistig und körperlich Behinderter darf nicht Randthema bleiben! Sie ist für die Menschlichkeit einer Gesellschaft von zentraler Bedeutung.", erklärte der stv. Vorsitzende der SPD Gröbenzell, Gregor von Uckermann.
Die stv. Bezirksvorsitzende der Jusos, Isabella Fiorentino, referierte den Anwesenden über die Lebenswirklichkeit geistig behinderter Mensch und ihrer rechtlichen Stellung. Menschen mit geistiger Behinderung haben Gefühle und Bedürfnisse wie alle anderen auch!", eröffnete Fiorentino ihren Vortrag. Eine Diagnose ist ab dem zwölften Lebensjahr möglich, viele Eltern scheuen sich aber davor, "sie wollen ihren Kindern keinen Stempel aufdrücken." Das führt aber oftmals dazu, dass keine ausreichende Förderung geleistet werden kann.
Bei der Integration von geistig behinderten Menschen ist Deutschland Schlusslicht in Europa. In Skandinavischen Länder liegt die Integrationsquote in die Regelschule bei 90%, in Deutschland sind es nur 3%. Das steht im Gegensatz zu der UN-Konvention des Jahres 2001, die geistig behinderten Menschen sämtliche Bürgerrechte garantiert und alle Mitgliedsstaaten zur Integration verpflichtet.
Selbst die Wohnangebote sind vollkommen unzureichend, geistig Behinderte wohnen in Wohnheimen, betreuten Wohneinrichtungen oder bis ins hohe Alter in ihren Familien. Das ist Ausdruck des Abhängigkeitsverhältnisses in dem sich geistig Behinderte befinden. Integrative Wohngemeinschaften wie die des Münchner Vereins "Gemeinsam Leben" gibt es dagegen nur wenige. Man muss sich bei der Bewertung der Stellung geistig Behinderter bewusst machen, dass die zwangsweise Sterilisierung erst 1992 verboten wurde, "vielen Frauen wurde somit die Möglich-keit genommen, Kinder zu bekommen." Auch in der Arbeitswelt werden geistig behinderte systematisch ausgeschlossen, dabei wäre eine Integration bei entsprechender Förderung und Unterstützung möglich.
Esther Kozubek, die Leiterin des AWO-Kinderhorts an der Gröbenbachschule, schilderte die Situation von Kindern mit erhöhtem Förderungsbedarf vor Ort. Im Gegensatz zu den Kindergärten "Villa Kunterbunt" und "Schatzkiste" gibt es in Gröbenzell derzeit in anderen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche keine Integrationsangebote. Esther Kozubek recherchierte daher den Bedarf an integrativen Angeboten an den Gröbenzeller Horten. Von den rund 200 Kindern, die Horte in der Gemeinde besuchen, haben ca. 20 einen erhöhten Förderungsbedarf. Der Bedarf an integrativen Angeboten ist also vorhanden.
Die Vorteile von Integrationsgruppen liegen in der kleineren Gruppengröße von 15 Kindern im Vergleich zu 25 in Regelgruppen. Fünf Kinder mit Förderungsbedarf und zehn ohne besuchen gemeinsam eine Gruppe. Zudem ist ein höherer Personal-schlüssel vorgesehen. Drei Fachkräfte betreuen Integrationsgruppen und werden ein mal in der Woche von einem Fachdienst (z.B. Logopädie) unterstützt. "Dies ermöglicht eine individuelle Förderung der Kinder, das ist sowohl für die behinderten als auch für die nicht behinderten Kinder von Vorteil." Denn das Sozialverhalten in Integrationsgruppen verbessert sich in der Gemeinschaft mit Behinderten nachweislich.
Im Anschluss an die Diskussion fassten die Mitglieder der SPD Gröbenzell den Beschluss, dass zunächst der Förderungsbedarfs für Gröbenzell Kinder und Jugendliche durch die Gemeinde ermittelt werden soll. Anschließend sollen entsprechende Plätze und Angebote geschaffen werden. Die SPD-Fraktion wird zeitnah einen Antrag einbringen.
 Das Foto zeigt (h.l.) Michael Schrodi, Simone Schrodi, Franz Eichiner und (v.l.) Es-ther Kozubek, Gregor von Uckermann, Isabella Fiorentino.
Gregor von Uckermann
Mitgliederversammlung der Gröbenzeller SPD am 18.03.10 zu kommunaler Integrationspolitik
Pressemitteilung vom 27. März 2010
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