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Gemeinderat als Bürgerzensurgremium beim Architektenwettbewerb Bahnhofstraße
In der gestrigen Sitzung hat der Gemeinderat den Auslobungstext für den Architekten-wettbewerb Bahnhofstraße vorberaten. Dabei hat das Gremium Teile der in den Jahren zuvor erarbeiteten und in der er extra eingerichteten Bürgerwerkstatt nochmals bekräftigten Vorschläge aus der Bevölkerung und Teilen des Gemeinderats ignoriert.
"Die SPD hat sich gestern noch einmal eindrücklich dafür eingesetzt, dass die Ideen der Bürger und der Gemeinderatsfraktionen gleichberechtigt als Vorschlagslisten an die Architekten weitergegeben werden", betont Michael Schrodi, Fraktionsvorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion. "Die Gemeinderatsmehrheit hat gestern aber als Bürgerzen-surgremium fungiert und nur ihnen genehme Teile in den Auslobungstext für den Archi-tektenwettbewerb aufgenommen. So wird die Bürgerbeteiligung ein weiteres Mal konterkariert", beanstandet Schrodi.
In dem Auslobungstext, der den Architekten als Grundlage ihrer Arbeit dient, fehlen etliche Forderungen aus der Bürgerwerkstatt und von Gröbenzeller Organisationen wie der Agenda 21. So ist beispielsweise weder der Erhalt des Grünen Baums oder des da-zugehörigen Biergartens, die Schaffung preisgünstigen Wohnraums und flächensparender und damit Grünflächen erhaltender Geschosswohnungen, noch eine Kindereinrichtung vorgesehen. Dafür werden nun zwingend Gewerbenutzung und ein Saalbau auf dem Gelände des heutigen Grünen Baums vorgeschrieben und die Architekten in ihrer Kreativität beschnitten. So wird bereits vor dem Architektenwettbewerb weitgehend präjudiziert, welche Einrichtungen vorgesehen werden müssen.
Nicht nachzuvollziehen ist für Schrodi die Haltung der Grünen-Gemeinderatsfraktion, die dem von der CSU vorgeschlagenen Ausleseverfahren vorbehaltlos zugestimmt hat. Dazu Michael Schrodi: "Wer zuerst dem CSU-Vorschlag willig folgt, der muss sich nachher nicht wundern, dass zentrale Forderungen für eine soziale und ökologische Planung der Bahnhofstraße mit Mehrheitsentscheid nicht berücksichtigt werden"!
Michael Schrodi Fraktionsvorsitzender
Pressemitteilung vom 29. Januar 2010
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