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Die nun verschickte Marktumfrage zum Gewerbe im Ortszentrum bestätigt die schlimmsten Befürchtungen. Inhaltlich wird sie keine Ergebnisse für die Ortsplanung bringen, sondern ist lediglich auf die Einkaufsgewohnheiten abgestellt. Wichtige Fragestellungen und gewünschte Änderungen von Gemeinderäten hinsichtlich des Betreuten Wohnens, sozialer Einrichtungen, des Bedarfs an Wohnraum etc. wurden nicht eingearbeitet. Damit soll die Studie offenbar zur Rechtfertigung des Baus zusätzlicher Gewerbeflächen dienen, wie dies in der ursprünglichen Planung der Bahnhofstraße vorgesehen war. Einen Bedarf dafür sieht die SPD Gröbenzell auch in Anbetracht der Leerstände nicht.
Der Gewerbereferent war an der Erarbeitung dieser Umfrage offenbar nicht beteiligt. Zusätzlich ist die Methode der Befragung höchst fragwürdig. Bislang gingen wir davon aus, dass allen gemeldeten Bürgerinnen und Bürgern ein Brief zugeht, oder eine entsprechende Stichprobe daraus ausgewählt wird. Nun wurden die Anschreiben aber, nicht individuell adressiert, als Postwurfsendung verteilt. Wie viele Fragebögen eine Familie bekam, war offenbar dem Briefträger überlassen. So kann es passieren, dass ein Haushalt mit fünf erwachsenen Personen und fünf unterschiedlichen Meinungen einen Brief erhielt - andere Haushalte mit zwei Personen haben bis zu drei Briefe erhalten. Wer dann aus den Familien die Fragen beantwortet ist zudem wieder vollkommen dem Zufall überlassen. "Wissenschaftlich ist dies höchst fragwürdig und die Ergebnisse sind absolut zufällig. Man kann keine Rückschlüsse auf die Gesamtbevölkerung ziehen, weil man überhaupt nicht weiß, wen man angeschrieben hat - repräsentativ, wie ursprünglich behauptet, ist dies nicht", erklärt Daniel Schneider, Vorsitzender der SPD in Gröbenzell
Schneider erwartet zudem einen geringen Rücklauf - "diese Umfrage ist aufgrund zahlreicher offener Fragen zum Ausfüllen sehr kompliziert, der Einsendeschluss ist bereits in 12 Tagen und es ist nicht einmal ein Rückumschlag beigelegt". Gerade bei geringem Rücklauf sind bei dieser "Methode" erhebliche Verzerrungen zu erwarten. Das Ergebnis ist vom Interesse Weniger beeinflusst - unabhängig davon, wie es am Ende nun aussieht. Schneiders Fazit: Viel Lärm und viel Aufwand für nichts - und viel Geld zum Fenster hinausgeworfen. Der SPD-Gemeinderat Peter Falk hat beantragt, dass das verantwortliche wirtschaftsgeographische Büro in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses die Gelegenheit hat, Fragen zur Methode, Inhalt und Befragungshintergrund zu beantworten.
Daniel Schneider Ortsvorsitzender SPD Gröbenzell
Pressemitteilung vom 20. September 2008
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