|
Der Gemeinderat möge beschließen:
Für das Gebiet der westlichen Bahnhofstraße zwischen Bahnhof und Angerstraße wird für die Überplanung des Gebiets ein Architektenwettbewerb in Form eines Realisierungswettbewerbs ausgeschrieben.
Dafür werden folgende Vorgaben gemacht:
1. In der Einmündung Eschenriederstraße/Bahnhofstraße wird im Rahmen der Planung kein Kreisverkehr vorgesehen 2. Im Gebiet wird ein Betreutes Wohnen vorgesehen. 3. In dem Bereich wird kein Ladengeschäft mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 m² vorgesehen."
Begründung:
Der o.g. Antragstext entspricht inhaltsgleich den Beschlüssen der Sonderbürgerversammlung vom 23.6.07 und dem Bürgerbegehren "Bessere Planung der Bahnhofstraße". Die SPD-Fraktion möchte diese Anträge noch einmal zur Abstimmung stellen, da sich inzwischen neue Fakten ergeben haben. In der Olchinger Straße (Böhmergrundstück) wird wahrscheinlich ein Supermarkt errichtet. Zwar ist dies schon dieser an der Stelle aus unserer Sicht nicht sinnvoll, stellt er doch im Falle der Verwirklichung eine direkte Konkurrenz zu den Läden im Ortszentrum dar. Ein weiterer Supermarkt im nördlichen Zentrum wäre aber, vor dem Hintergrund der dann bestehenden Konkurrenz, in keinem Fall zu befürworten. Wir befürchten hier über kurz oder lang Investitionsruinen.
Der Kreisverkehr Ecke Eschenriederstraße/Bahnhofstraße lehnen wir aus mehreren Gründen ab. Erstens hat dieser keine Akzeptanz in weiten Teilen der Bevölkerung: Radfahrer sehen sich durch die Unübersichtlichkeit der ein- und ausfahrenden Fahrzeuge einer größeren Gefährdung ausgesetzt. Eltern befürchten eine stärkere Gefährdung ihrer Kinder auf dem Schulweg. Zweitens ist ein Kreisverkehr aus dem Kostenargument heraus abzulehnen, da Nutzen und Kosten in diesem Fall in keinem positiven Verhältnis stehen. Drittens ist ein Kreisverkehr aus unserer Sicht auch aus verkehrspolitischen Argumenten abzulehnen. Ein Kreisverkehr soll den Verkehrsfluss in eine bestimmte Hauptrichtung erleichtern. Doch hier wird nach einem flüssigen Passieren der Eschenriederstraße an der Schubertstraße die nächste Ampel vorgesehen (nach der Verlängerung der Schubertstraße). So wird der Verkehr zwar den Kreisverkehr zügig passieren, dann aber 300m weiter zum Stillstand kommen. Dies wird nur zu einer Verlagerung des Problems führen. Wir befürworten ein weiteres Projekt Betreutes Wohnen. Durch die Zusammenlegung von gemeindeeigenen Grundstücken könnte in der Bahnhofstraße ein kostengünstiger Bau entstehen, der dann über einen Träger den Bürgerinnen und Bürgern als Mietobjekt zur Verfügung steht. So können auch Personen mit geringerem Einkommen partizipieren. Eine einheitliche Vermietung hat zudem gegenüber Eigentumsmodellen den erheblichen Vorteil, dass die Zusammensetzung der Personen gesteuert werden kann. So kann ein harmonische Mischung erreicht werden, in der eine echte Gemeinschaft entstehen kann. Daher sind Eigentumsmodelle in diesem Bereich auch nach Expertenmeinung keine Alternative.
Der Planung sollen insgesamt die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbes zugrunde liegen. Dies stellt für uns die einzige Möglichkeit dar, mehrere Planungsvarianten zu haben, in denen zusätzliche Ideen enthalten sind. Die Neugestaltung dieses zentralen Areals wird das Gesicht Gröbenzells und die Struktur des Gebietes nachhaltig verändern. Daher scheint der Zeit- und Mittelaufwand für einen solchen Wettbewerb angemessen.
Michael Schrodi Fraktionsvorsitzender SPD-Gemeinderat
Pressemiteilung vom 2. Juli 2008
|